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 | Thema: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:26 © Admin | |
| blueanky64 Erstellt: 01.08.08, 17:51 Hallo, ich bin letzte Woche zufällig beim Lesen im Internet auf dieses Forum gestoßen und mich angemeldet. Dann habe ich erst mal den ein oder anderen Beitrag gelesen. Nun zu mir. Ich bin 43 Jahre alt, verheiratet seit 20 Jahren, 3 Kinder (20J.,17J. u. 8 J.). Wir wohnen mit meiner Schwiegermutter in einem Haus, wobei jeder seine eigene Etage hat. Mein Schwiegermutter ist im April 80 Jahre alt geworden und seit 40 Jahren verwitwet. Sie lebt also schon ihr halbes Leben alleine, wobei sie immer viel um die Ohren hatte, ob es ums Reisen ging (mit einer Reisefreundin die halbe Welt gesehen), Kegelclub, Romeclub und Turnen. Also immer was zu tun.Sie ist (war ) ein geselliger, fröhlicher Typ, der viel "Quatsch". Dazu kommen noch viel Lesen und Kreuzworträtsel. Wir wohnen seit 17 Jahren mit hier im Haus und sehen uns so täglich, vorher nur an den Wochenenden. Ihre Schwester und Schwager haben auf Gran Canaria ein Appartment, was diese in den Wintermonaten bewohnen. Seit ca. 5 Jahren verbringt meine Schwiegermutter den Januar und Februar mit ihnen zusammen im sonnigen Süden, da ihre Reisefreundin verstarb.
So seit 2 Jahren lässt sie nun zunehmend nach, d.h. sie ist sehr vergesslich geworden. Nun gut, in ihrem Alter "darf" sie dieses.Aber wer sie halt aus ihren guten Zeiten kannte, der erschrickt ganz schön. Die letzten Jahre konnte sie damit auch immer noch gut damit umgehen und überspielte dieses mit ihrem Witz. Zuerst ist dies auch nur mir aufgefallen, dass sie sich ständig wiederholt u.s.w.. Mein Mann sagte immer alles Blödsinn, sie wäre ganz normal. Ihr anderer Sohn das gleiche. Ok, hab ich nichts weiter gesagt. Ich muß dazu sagen, dass ich all die Jahre immer ein freundschaftliches Verhältnis zu ihr hatte und sie mich als ihre Tochter angesehen hatte. Umso schwerer kann ich im Moment mit der Situation umgehen. Ok, jetzt sehen alle, dass es ganz schön weit fortgeschritten ist. Nicht immer, praktisch phasenweise. In diesem Monat war ich auch mit ihr beim Neurologen, der dieses bestätigt hat. Sie bekommt nun Tabletten gegen die Vergesslichkeit. Muß nächste Woche zur weiteren Besprechung nochmal mit ihr zum Doc. Nun kommt es immer häufiger vor, dass sie "böse" über mich redet. Ich würde mich wochenlang nicht bei ihr sehen lassen - stimmt natürlich nicht.Es ist so gemein, weil ich wirklich immer alles für sie getan habe. Letztens hat sie mich persönlich beleidigt sagte zu mir als sie eine Antwort von mir nicht verstanden hat aus heiterem Himmel typisch "(Geburtsname)-PACK. Das hat mich hart gettroffen und ich bin heulend abgehauen. Klar weiß ich, dass man all diese Sachen nicht an sich ranlassen darf, aber dieses ist noch nicht in meinem Kopf angekommen. Im Moment gehe ich ihr aus dem Weg - versuche es - verstecke mich gar, wenn ich draußen auf Terasse sitzte, damit ich nicht mit ihr reden muß. Sie war 15 minuten nach dieser Situation natürlich wieder ganz normal zu mir, wo ich noch meine Tränen am Verdauen war.
Oh man, es gibt so unendlich viele Situaionen, wo ich nicht mit klar komme, werde mal ab und zu um Hilfe hier bitten, oder um Tips oder einfach nur zum Trost. Ich möchte meine "alte" Schwiegermutter wieder haben. Ich weiß nicht ob ich mit dieser Situation klarkomme, mich hat auch allerdings noch keiner gefragt, für alle ist es sicher selbstverständlich. Erst einmal genug gejammert. Fortsetzung folgt Liebe Grüße Anke |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:27 © Admin | |
| frisbee Erstellt: 02.08.08, 07:49 Hallo Anke, herzlich willkommen hier. Ja, das ist schlimm. Ich würde an Deiner Stelle aber mit Deinem Mann darüber sprechen, wie sehr es Dich verletzt, denn ich habe so den Eindruck, dass Du alleine da stehst und das geht nicht. Natürlich kann man die Zeit nicht zurückdrehen, dass alles wieder so ist wie vorher, aber er kann Dich zumindest seelisch unterstützen. Es ist ein Teil der Demenz, dass Menschen in dieser Phase plötzlich ganz anders werden und man schwer damit umgehen kann. Auch meine Mutter hatte manchmal diese Phasen. z.B. sass sie umringt von uns, oder jeden Tag hatte sie Besuch, viele kümmerten sich um sie und dennoch klagte sie, dass sie nie jemand besuchen würde, sie wäre immer nur alleine (was aus ihrer Sicht der Dinge ja auch stimmt, sie sind in einer gewissen Form allein in ihrer Welt). Du kannst Dich schützen, indem Dir klar wird, dass dies alles nichts mit Dir zu tun hat, sie kann nicht anders. Auch bei meiner Mutter kamen zum Schluss hin öfters solche Wutausbrüche. Es gibt viele die dann sagen, man solle sie einfach machen lassen. Der Meinung bin ich nicht so ganz. Meiner Mutter haben wir dann schon freundlich gesagt, wenn sie auf dem Flur anfing zu brüllen, dass wir wieder zurück gehen. Das hat sie dann wachgerüttel und sie hat aufgehört. Oft hat sie selbst gemerkt, dass sie übers Ziel hinausgeschossen ist und hat sich entschuldigt. Wir haben es ihr aber nie übel genommen, weil wir wussten, dass es nie so gemeint war. Dennoch gab es immer wieder mal Momente, wo es wehtat. Es gibt auch ein paar NLP-Strategien, die Dich schützen können: Du stellst Dich bei verbalen Attacken etwas seitlich hin und stellst Dir vor, dass alle Attacken an Dir vorbeirauschen. Oder Du stellst Dir vor, Du hast einen Regenschirm, den Du im Gedanken vor Dir aufspannst, damit alle Attacken abprallen, oder Du stellst Dir vor, Du hast einen Regencape an und alle Attacken rieseln an Dir herab wie Wasser. Dies kann man üben und es funktioniert wirklich. Wichtig ist aber, dass Deine Familie Dich dabei unterstützt. Es wird evtl. auch der Punkt kommen, an dem Du Hilfe bei der Pflege benötigst und evtl. wird es auch notwendig sein, sie in eine Pflegeeinrichtung zu geben. Ihr solltet euch darüber jetzt schon einmal Gedanken machen und euch umsehen. Jetzt habt ihr noch Zeit dazu und ihr könnt das Beste aussuchen. Später muss vielleicht alles sehr schnell gehen und dann habt ihr keine Zeit mehr, euch in Ruhe umzuschaun. Gerade die Männer, also die Söhne, haben es oft schwer, dies alles zu akzeptieren. Sie weisen es solange von sich ab, bis es nicht mehr zu übersehen ist und selbst dann wird es oft noch heruntergespielt. Ich kenne das. Auch mein Bruder, der meine Mutter kaum besucht hat, war der Meinung, dass es ihr doch gut ginge und wir nur übertreiben würden. Sie können damit nicht umgehen oder sich damit auseinander setzen, denn dies bedeutet, dass sie sich mit sich selbst und mit diesem Thema auseinandersetzen müssen. Frauen sind dafür offener und reifer, auch was das Thema Tod betrifft. Trage diese Last nicht allein, das kannst Du nicht! Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Liebe, mit dieser Situtation fertig zu werden.
LG Marion |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:29 © Admin | |
| Sylvia Erstellt: 02.08.08, 09:06 Moin Anke, es ist kein jammern - es erleichtert seine Sorgen auszutauschen. Darum bin auch ich hier. Es wird wohl noch schlimmer kommen mit Deiner Schwiegermutter. Ich weiß es von unseren Bekannten. Da sah sie ihren Sohn als ihren Mann an und seine Frau als Nebenbuhlerin. Sie hatte wüßte Schipfworte drauf und holte auch mal mit dem Stock aus. Dann packte sie die Koffer und wollte nachhause. Zu den Leuten erzählte sie, wie schlecht sie es hatte. Ich kannte die Damen schon im "gesunden" Zustand und muß sagen, so eine Demenz schreitet schnell fort. Es gibt immer neue Situationen. Aber eins hab ich auch bemerkt, dort saß am Geb. ein Kind (Enkel) neben ihr und unterhielt sich mit ihr und half ihr. Die beiden kamen super klar und ich mußte lächeln. Es ist eine schwierige Situation in der es gut ist, wenn Dir dein Mann hilft oder Du dir Hilfe suchst bei eurem Arzt, so mache ich es. Ich denke auch das, wie Marion schon erwähnte ein Seniorenstift sehr gut ist. Ich habe mich dafür entschieden und es nicht bereut. Wenn ich jeden Tag die Stunden bei meinem Papa bin, bin ich anschließend wie ausgebrannt. Wenn meine Jungs dann abends anrufen - erzähle ich ihnen alles, sie hören zu und spenden trost. Klar denkt man viel nach und man kann schwer einschlafen. Aber ich denk dann an die schönen Tage. Bei meinem Papa ist auch jetzt fast täglich etwas neues. Erst eine Überlaufblase, da bekam er einen katheter und Tabletten. Der konnte nach ein paar Wochen wieder raus, aber das hatte zur Folge - Inkontinenz. Ich wünsche Dir viel Kraft und Stärke und denke dran, man kann es nicht allein schaffen. Denk an Deine Familie. Meine Söhne sind erwachsen und daher anderst belastbar. Als ich im März mit Darmblutung ins Krankenhaus mußte kümmerte sich mein Kleiner um seinen Opa, erledigte die Ärztbesuche. Das ist eine gute Stütze und so konnte ich gesund werden. LG Sylvia |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:30 © Admin | |
| blueanky64 Erstellt: 02.08.08, 22:04 Hallo, liebe Sylvia und liebe Marion, das ist schön, dass ich so schnell Antwort auf meinen Sorgenbrief bekommen habe. Ich danke euch. Es tut echt manchmal einfach nur gut, alles aufzuschreiben. Ja, mit meinem Mann über solche Sachen zu reden, das ist oft nicht möglich. Klar, er hat tausend andere Sachen zu erledigen, auch mit seiner Mutter. Er muß sich auch immer anhören, dass er ihre Rente "verprasst", da er seit einiger Zeit ihr Geld verwaltet. Sie versteckte oder verlegte andauern ihr Geld und mein Mann sollte dann zur Bank, da ja kein Geld da war. Na ja, es blieb ja im Haus, da Schwimu ja nicht mehr alleine in die Stadt geht. Aber trotzdem ärgerlich, dass es immer weg war. Wer weiß, wo wir mal irgendwann suchen müssen. Sie hat die Angewohnheit es zwischen Klamotten oder Büchern oder sonst wo zu verstecken. So bekommt sie jetzt das Geld "zugeteilt", worüber sie sich in klaren Zeiten tierisch aufregt. Klar, es ist ja auch so eine Art Entmündigung, was ich ja auch verstehen kann, aber anders war es echt nicht mehr möglich.Und wenn ich etwas über seine Mutter sage oder nur sage es wird mir oft zu viel, bekomme ich von ihm zu hören, immer würde ich über seine Familie meckern. Dabei ist dies sicher kein Meckern. Wenn er mit seiner Mutter mal wieder einen Disput hat, schreit er mit ihr rum. Er kann sich dann nicht beherschen ,ist schnell auf 180 . Dann geht er und Schwiegermutter ist traurig oder beleidigt und mein Mann regt sich darüber auf. Dies ist allerdings nach einigen Minuten von ihr vergessen. Da bin ich auch froh, dass sie das schnell vergisst. Dabei ist es schon ein Vorteil. Vielleicht ist dies auch sein Ausdruck , dass er damit nicht umgehen kann oder will. Einkaufen habe ich ja schon komplett für sie übernommen. Sie bekommt jetzt seit ca. 1 Jahr "Essen auf Rädern" , was sie damals von sich aus wollte. War auch ganz froh darüber, weil ich echt nicht wußte, ob sie sich noch ausreichend versorgt. Klar, immer wenn ich Mittag übrig hatte, hab ich ihr was hoch gebracht, da sie für sich ja nie "richtig" gekocht hat. Aber andersrum wollte ich mich mit dem Mittag auch nicht noch nach ihrer Zeit binden, ist schon immer schwierig für meine Bande etappenweise das Essen auf den Tisch zu bringen. Und als sie dann mit dem Vorschlag kam, war dies auch ok. Jetzt bekommt sie jeden zweiten Tag Essen geliefert, da die Portionen natürlich viel zu groß waren. Sie konnte noch nie so riesige Portionen essen, da sie mal eine Magen OP hatte. Klappte auch die ganze Zeit recht gut. Allerdings ist dies seit einigen Wochen anders. Immer wieder entdecke ich unangetastetes Essen im Kühlschrank. Sie kann mir von jetzt auf gleich auch nicht sagen, ob sie Mittag gegessen hat. Sie vergisst das Essen!!Das hat mich sehr erschrocken, war mir damit auf der sicheren Seite was das Essen angeht. Beim Trinken ist es ja schon seit einigen Jahren so, dass ich sie darauf aufmerksam machen muß. Es ist soooo anstrengend und auch da weiß ich oft nicht weiter. Vielleicht habt ihr auch da ein paar gute Tips für mich. Glaube dieser Roman reicht dann erst mal wieder. Allerdings ist es immer noch nicht alles was ich auf dem Herzen habe. Hoffe auf baldige Nachricht von euch.
Liebe Grüße Anke |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:33 © Admin | |
| Sylvia Erstellt: 03.08.08, 08:58 Liebe Anke, ja ich hab mir schon sowas gedacht mit Deinem Mann. Meiner ist leider auch so, vorallem dieses Laute kann ich grad gar nicht vertragen. Vielleicht schaffst Du es, das Dein Mann sich einer Gruppe anschließt die auch solche Probleme haben, denn er darf nicht Dich anbrüllen und zu Dir ungerecht sein. Ich setze mich nun gut 1 Jahr mit dem Theme Demenz auseinander per Internet. Das mit dem Geld macht Ihr so schon richtig. Ich weiß es auch von meinen Bekannten. Da hat die Mutter es verfeuert. Auch das sie Dir nicht sagen kann ob sie gegessen hat, alles normal. Sie leben in einer anderen Welt. Es ist einfach zuviel für Dich. Wie ich schon erwähnte, würde ich einen Seniorenstift aussuchen. Ich weiß nicht, wo Du wohnst aber diese Helenenhöfe gibt es überall - weit verbreitet. Wenn man reinkommt, ist es wie in einem Hotel, hell mit Rezeption. Überall Teppich, schöne helle Zimmer mit holz eingerichtet. Man kann zwischen Gerichten wählen. Da es Demenzkranken schwer fällt, die Namen der Gerichte zu verstehen schlug ich eine Art Buch vor, wo jedes Gericht abgebildet ist. Es ist immer ein Ansprechpartner da und dazu ist es günstig. Versuch doch mal sie bei euch am Tisch zu den Mahlzeiten zu holen, dann siehst Du auch was und wieviel sie ißt. Mein Bekannter machte es so und es war gut. Schreien sollte Dein Mann mit seiner Mutter nicht, sie versteht das nicht. Ruhige einfache Sätze sind wichtig. Ich hab mit meinem Papa über das Wetter geredet, über seine Enkel oder wir schwiegen nur einfach. Er ist ein ganz lieber. Wenn er etwas nicht mochte, lies ich es. Wie, wenn man mit nem nassen Lappen an seine Hände kam. Ältere Menschen frieren doch so leicht. Er hört gern Schlager und Volksmusik, also bekam er ein CD Radio, wo ich in gr. Buchstaben draufschrieb, wo er drücken mußte. Später machte es die Schwester. Anke, versuch Dir nicht alles zu sehr zu herzen zu nehmen. Lenk Dich auch mal ab und mach was schönes. Das braucht man. Ich fahre dann raus oder gehe schwimmen. Wünsche Dir weiter viel Kraft. Ich begleite meinen Papa jetzt, er mag nicht mehr und liegt im sterben. Jeden Tag sitz ich an seinem Bett und streichle seine Hand. Es tut sehr weh, aber die Schwester ist auch oft lang dabei und sagt er hat keine Schmerzen. Er liegt friedlich da, als wenn er schläft. Aber er hat stark abgenommen. So ich muß los. |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:34 © Admin | |
| LillNalle Erstellt: 05.08.08, 18:09 Hallo Anke Auch dir erst mal ein ganz herzliches Willkommen im Forum. Du hast alles andere als eine einfache Situation. Erst recht da du mit deinem Mann oft nicht darüber reden kannst. Mit Freude habe ich aber auch die guten Antworten von Marion und Sylvia gelesen - wo ich nur Unterstreichen kann. Es wäre sicherlich ganz gut, wenn du deinen Mann dazu bewegen könntest eine Demenz-Angehörigen-Gruppe zu besuchen. "Schwiegertochter-Verhältnisse" sind leider oft recht schwierig und leicht wird eine Äusserung gleich schon als Kritik empfunden. Um regelmässiges essen und trinken zu gewährleisten, müsste deine Schwiegermutter in Gesellschaft essen können/dürfen. Je weiter die Demenz fortschreitet je mehr wird leider auch das Essen vergessen, schon weil das Hunger- und Durstgefühl sich verändert. Ja, sogar die Geschmacksnerven werden schlechter. Aber in Gesellschaft bleibt das essen durchaus noch lange eine schöne gemeinschaftliche Beschäftigung. Es stellt sich da aber auch die Frage wie lange ihr für sie Zuhause sorgen könnt? Die eigenen Grenzen einzusehen ist keine Schande, im Gegenteil, auch das ist eine art Für/Vorsorge, damit nicht alles, für alle Betroffenen schlussentlich nur noch im absoluten Chaos, oder gar in einer Katastrophe endet. Nicht selten ist die Pflege von nicht Familienangehörigen einfacher, da die demente Person eher sich selber sein darf, wärend Angehörige oft versuchen das gewesene, mit aller Gewalt zurück zu holen. Als Schwiegertochter und und somit "nur" Ein-verheiratete, hast du jedoch einen schweren Stand - auch wenn du noch so recht hast. Aber vielleicht schaffst du es deinen Mann zu Angehörigen-Treffen zu bewegen. Diese geben unheimlich viel Trost und Tips, wo deinem Mann helfen können seine Einstellung seiner Mutter und aber auch dir gegenüber zu verändern. Mir persönlich haben diese Treffen sehr viel gegeben, vorallem auch um mit meinem schlechten Gewissen besser um zu gehen. Ansonsten kannst du eigentlich nur deine eigenen Grenzen ziehen und ohne viel zu sagen das Restliche einfach deinem Mann überlassen. Vielleicht fängt er dann an von sich aus mehr daüber zu reden? Ich würde es mir wünschen, für euch und eure Beziehung. Ich finde es sehr gut, dass du das wo dich bedrückt auschreibst. Mir persönlich hat dies schon sehr oft geholfen, meine eigenen Gedanken besser zu sortieren und aber auch klarer zu sehen. Sei ganz lieb gegrüsst Ursula |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:36 © Admin | |
| blueanky64 Erstellt: 14.08.08, 22:46 Hallo, erst einmal ganz lieben Dank auch für deine Antwort, liebe Ursula. Bin leider nicht so ganz regelmäßig im Internet vertreten und habe somit leider noch nicht geantwortet. Sorry!! Es tut echt gut,dass ich dieses Forum gefunden habe, so kann man vieles vielleicht besser bzw. anders verstehen. Muß jetzt erst mal einiges nachlesen und werde dann sicher mal wieder schreiben.
Schönen Abend und liebe Grüße Anke |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:37 © Admin | |
| Sylvia Erstellt: 15.08.08, 07:16 Moin Anke, ja auch ich finde dieses Forum gut - jemand der zuhört und versucht zuhelfen - tut einfach gut. Auch wenn man Papa nun vom Himmel herunter schaut gebe ich gern Tipps. |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:38 © Admin | |
| blueanky64 Erstellt: 16.08.08, 21:42 Liebe Sylvia, das tut mir leid, das dein Pa verstorben ist. Aber jetzt geht es ihm gut. Kein großer Trost, drück dich ganz fest.
Liebe Grüße Anke |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:39 © Admin | |
| Sylvia Erstellt: 17.08.08, 09:26 Danke Anke, schlimm wird nochmal die Beerdigung. Aber ich hab ja meine Jungs und meinen Mann, die mir zur Seite stehen. |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:41 © Admin | |
| blueanky64 Erstellt: 20.08.08, 15:09 Hallo, wollte doch auch mal eine positive Nachricht loswerden. Mein Schwager und dessen Frau haben meine Schwimu doch tatsächlich für 2 Wochen mit zu sich nach Köln genommen - Urlaub machen. Bin ja gespannt, ob das gutgeht. Aber ich denke, dass es ihr gut gefallen wird, auf kleinstem Raum und Schwiegertochter von morgens bis abends an ihrer Seite. (Muß dazu sagen, meine Schwägerin ist Thailänderin und seit 1 Jahr hier in Deutschland, hat also keine Freunde hier, spricht gebrochen deutsch, hat keine Kiddys, hat kleine Wohnung zu putzen und keine Verwandten hier, ist auch den ganzen Tag alleine, also hat sie alle Zeit der Welt) Eigentlich wäre das die idealste Lösung - für beide - für alle. Schwiegermutter rund um die Uhr betreut und Schwägerin auch "beschäftigt". Wäre da nur nicht die Demenz und das Platzproblem....
Na ja, nachdem ich diese Wochen noch ein wenig in Schwiegermutters Wohnung reine machen möchte, mache ich mir mal ein paar Tage ohne Gedanken an danach. Ist es eigentlich in Ordnung, dass man hinter dem Rücken der Kranken in deren Wohnung sauber macht oder sollte man es in deren Gegenwart und mit deren Einverständnis. Sie hat ja auch gute Tage und ich weiß nicht, in wiefern es ihr auffällt, dass ich dort in ihrer Abwesenheit in ihrer Wohnen war. Allerdings ist das Gründliche mal unbedingt nötig. Wie habt ihr das so gehandhabt. Ich bin echt soweit, dass ich es hinter ihrem Rücken mache, ob es um Wäsche waschen geht, oder Toilette säubern - ich hole mir die Wäsche in ihrer Abwesenheit, sonst würde sie diese noch wochenlang tragen. Ich leere ihren Kühlschrank, sonst würde sie auch "schlechte" Lebensmittel verzehren. Wäre über Tips von eurer Seite sehr dankbar.
Liebe Grüße Anke |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:43 © Admin | |
| Sylvia Erstellt: 20.08.08, 17:13 Hi Anke, ob es so das richtige ist, mit einer Frau, die nur "gebrochen deutsch" spricht weiß ich nicht. Dazu ist alles sehr beengt und ob sie wirklich mit der Krankheit Demenz klarkommt wage ich zu bezweifeln. Für Dich ist es eine Erleichterung, mal abzuschalten. Ich hab übrigens in der Anwesenheit meines Papas sauber machen können. Mit dem wechseln der Kleidung, da legte ich ihm etwas raus was er dann anzog. Ich war jeden Tag einen halben Tag da, wir frühstückten und ich kochte Mittag. Dann kam auch ein Pflegedienst der sich ums waschen und die Zähne kümmerte. Allerdings hab ich mit den Diensten keine guten Erfahrungen gemacht. Mein Papa war immer nett und freundlich und hat gemerkt das es zu seinem besten war. Aber als ich dann merkte, das er allein in den Keller ging und Farbe auf dem Pantoffel hatte, hatte ich doch gr. Angst, das er stürzt und sich was bricht. Er merkte auch nicht, wenn etwas schimmlig war und das brachte mich zu der Entscheidung mit einem Seniorenstift in meiner Nähe. Ich habe diesen Schritt nie bereut und meinem Papa ging es dort sehr gut. |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:43 © Admin | |
| blueanky64 Erstellt: 20.08.08, 19:09 Danke, liebe Sylvia, für deine schnelle Antwort.
Ja, manchmal finde ich es auch gemein, alles so hinter meiner Schwiegermutter zu erledigen. Ich möchte sie aber auch nicht "beschämen". Ok. es ist bekannt, dass "alte" Leute anders riechen, aber meine Schwimu hatte schon immer Probleme mit dem Riechen und bat mich deshalb immer, es ihr zu sagen. Allerdings wird sie, wenn ich sie jetzt darauf hinweise böse und ist beleidigt. Sie sagt dann, "wieso ich rieche doch auch nicht anders als du...." Es ist mir ja auch egal, obwohl ich habe wohl echt ein sehr empfindliches Riechorgan, allerdings bin ich auch schon darauf hingewiesen worden von meiner Schwägerin. Und meine kleine Tochter, die sagt es mir natürlich auch immer "Oma stinkt immer". Ich möchte ja auch nicht, dass sich deswegen irgendwer zurückzieht und ich meine natürlich auch immer, dass dieses ja auf mich zurückfällt. Sie sagt ja, wenn es um die Wäsche geht, sie wechselt täglich ihre Unterwäsche, aber da ich ja für sie mitwasche, sehe ich ja, was so gewechselt wird. Das Thema ist mir ja auch total unangenehm und ich fühle mich nicht gut dabei. Ich sage dann immer meinem Mann, er solle es ihr doch bitte sagen, sie solle doch mal in die Badewanne, bzw. Duschen, Haare waschen, Wäsche wechseln,Deo benutzen, aber ihm ist dieses Thema dann auch unangenehm. Und so bleibt dieses dann auch wieder an mir hängen. |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:47 © Admin | |
| Sylvia Erstellt: 21.08.08, 07:45 Moin liebe Anke, Du beschämst sie sicher nicht. Weißt die Menschen müssen sich mit der Demenz auseinandersetzen, dann können sie Dich und Oma besser verstehen. Auch mein Papa hatte es nicht mit dem waschen, gebadet wurde nur Samstags, so kennen es Menschen die um 1922 geboren sind. Deo und dergleichen nahm er auch nicht. Er hat das alles einfach vergessen. Aber er roch nie. Erst als ich von Mittwoch an an seinem Sterbebett saß bis Sonntag, da mußte ich öfter raus, weil der Geruch nicht so einfach zu verkraften war für mich. Männer sind da leider etwas anderst, ärgere Dich nicht über Deinen. Meiner ist da auch nicht besser. Sie sind nicht so stark wie wir. Sage immer: wenn sie einmal ein Kind zur Welt bringen würden, würden sie die "Produktion" einstellen;) Es ist nicht gut, wenn Du etwas gegen ihren Willen machst. Mein Papa wurde dann immer recht grantig, wenn es jemand vom Pflegedienst versuchte. Ich selbe wollte nie in die Schiene verfallen ihm etwas vorzuschreiben, das tat meine Mutter 51 Jahre. Durch die Krankheit verändern sie sich halt, das war auch für mich nicht immer leicht, wie wohl für keinen. Es blieb soviel unausgesprochen, wenn man sich erst kurz wiederhat. Aber seine blauen Augen, die leuchteten und sein Lächeln, wenn er mich mit: guten Morgen Sylvia begrüßte, entschädigen für so viel. Mein Papa war immer ein höflicher Mensch, so wie ich es mir öfter von einem Mann wünschen würde, mit in die Jacke helfen, Tür aufhalten......Nie ein böses Wort oder Klagen oder gar laut werden. Im Zeichen der Demenz verändert sich das, wenn ihm was nicht paßte wurde er auch mal laut und was er noch gern machte, den Schwestern an die Brust fassen. Sowas kannte ich vorher nie von meinem Papa. Er zeigte sich mir nicht mal in Unterhose. Anke ich wünsche Dir Kraft und Stärke und bitte vergiß Dich selber nicht. |
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 | Thema: Re: "böse" Schwiegertochter Mo 13 Okt 2008, 06:48 © Admin | |
| frisbee Erstellt: 22.08.08, 18:50 Du meine Güte, Du musst Dir doch keine Gedanken darum machen, dass Du "hinter ihrem Rücken" die Wohnung säuberst! Ganz bestimmt nicht, zumal sie es wahrscheinlich gar nicht bemerken wird. Das Ganze hat ja auch gesundheitliche Aspekte, wenn man z.B. Lebensmittel vergammeln lässt (die meisten alten Menschen bemerken das ja nicht mehr). Würde sie sich denn von Dir beim Baden-Duschen helfen lassen? Ich glaube eher weniger...Du könntest ihr aber z.B. abends frische Kleidung/Unterwäsche hinlegen für den nächsten Tag. Oder Du könntest ihr mal eine schöne Seife kaufen und sagen, dass sie sie mal ausprobieren solle ob sie ihr gefällt usw. Manchmal muss man etwas "hintenrum" kommen...wenn Du verstehst, was ich meine. Oder Du bietest ihr an, sie mal richtig toll zu frisieren und dann irgendwo hinzufahren, dann hat sie wenigsten schon mal die Haare gewaschen. Du musst Dich nicht schämen, jeder, der mit alten Menschen zu tun hat, weiss, dass das gerade mit der Körperhygiene bei ihnen nicht so ganz einfach ist. Sie schämen sich, weil sie selbst nicht mehr in der Lage dazu sind, schämen sich aber auch, um Hilfe zu bitten. Wie ist denn der Schwager (?war es der Schwager, kann hier nicht den Beitrag lesen...) mit ihr zurecht gekommen?
LG Marion |
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