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 Demenzkranke Mutter

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Gast-Mon
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BeitragThema: Demenzkranke Mutter   Fr 25 Dez 2009, 15:40    © Gast-Mon

Hallo,
ich habe mich als Gast angemeldet, da ich Betroffene suche zum reden.
Meine Mutter ist seit mehreren Jahren dement und wurde bisher von meinem Vater und von meiner Schwester bertreut.
Nach dem Tod meines Vater wurde die Situation für meine Schwester immer schlimmer. Sie wohnte zwar im Haus mit meiner Mutter, hat aber 2 kleine Kinder (7 und 10 J.) und durch den ausgeprägten Bewegungsdrang meiner Mutter wurde alles unzumutbar. Ich wohne 150 km weit weg, deshalb bin ich keine große Hilfe, die anderen Geschwister haben die Unterstützung verweigert. Folge: Meine Schwester hat sich um eine Heimunterbringung bemüht, was leider etwas schwierig war, da eine spezielle Demenzbetreuung gewünscht war, aber auch keine große Entfernung zum Wohnort, wegen Besuchen, etc. Nach einem Jahr ist sie jetzt bereits im 3. Heim, aber seit ca. 6 Monaten direkt im Nachbarort. Hat zwar keine spezielle Demenzabteilung aber sie wird sehr gut betreut und speziell gefördert. Wäre eigentlich alles gut, aber sie findet sich nur sehr schwer damit ab nicht mehr zu Hause wohnen zu können. Ich besuche sie trotz der Entfernung regelmäßig einmal im Monat. Die Besuche belasten mich jedesmal sehr schwer. Gestern wars besonders schlimm, am Schluß waren wir beide nur noch am weinen. Was mir besonders zu schaffen macht, ist, dass keiner sie besucht, weder meine Geschwister noch ihre ehemaligen Freunde und dass ich nicht öfter kann. Die Tatsache, dass die ganze Sippschaft nur ein paar KM rundum wohnt, alle nicht berufstätig sind und die Kinder zum Teil schon aus dem Haus, aber angeblich keine Zeit hat für einen Busuch, macht mich fertig. Ich bin voll berufstätig und habe natürlich noch Haushalt und Familie, eine Fahrt zu meiner Mutter kostet mich fast einen Tag durch die 3 Stunden Fahrt (jedesmal Urlaub genommen), allein das ist schon Stress genug. Dazu kommt, mein Mann hat Angst um mich, die seeliche Belastung durch die Besuche und eine dadurch eingeschränkte Konzentration könnte zu einem Unfall auf der Heimfahrt führen. Hinzu kommt, dass ich Tage brauche bis ich wieder einigermaßen abschalten kann. Ich habe Angst das alles nicht mehr auszuhalten. Die Besuche einzuschränken kommt aber auch nicht in Frage.
Info zur Erkrankung meiner Mutter:
Uns Kindern ist die Erkrankung erst seit ca. 4-5 Jahren bekannt, da meine Eltern daraus ein Tabu gemacht haben.
Ich habe nicht den Eindruck, dass sie sehr verwirrt ist, kann das aber nicht so gut beurteilen, da ich sie zu selten sehe.
Nach Auskunft des Neurologen hat sie mindesten 8 kleinere Schlaganfälle gehabt. Ihr Sprachzentrum ist total verloren, sie sagt nur noch ja und nein. Sie kann keine 5 Minuten stillsitzen muss sich immer bewegen. Ist auch schon mehrmals aus dem Pflegeheim weggelaufen, immer direkt nach Hause. Deshalb bekommt sie auch Medikamente die den Bewegungsdrang eindämmen sollen, die gerichtliche Einweisung in eine geschlossene Abteilung konnten wir gerade noch verhindern. Macht die Sache auch nicht einfacher.
Hat gut getan sich alles von der Seele zu schreiben, auch wenn ich dabei wieder mit den Tränen kämpfen musste.

Danke an alle, die sich meinen Frust anhören.
Monika
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Biggi
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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   Fr 25 Dez 2009, 18:46    © Biggi

Hallo Monika,
das ist bei uns nicht `Frust anhören `, sondern gerne den Geschichten und Sorgen anderer annehmen und versuchen ein wenig zu helfen und zu trösten.
Wenn deine Seele wieder überquillt, machst du es einfach wieder, o.K.?

LG Biggi

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maxmoritz
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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   Sa 26 Dez 2009, 09:04    © maxmoritz

Hallo Namensvetterin,

ich kann Deine innere Zerissenheit sehr gut nachvollziehen.
Meine Ma lebt auch in einem Heim in der Nähe das nicht nur für Demenz/Alzheimer ausgelegt ist.

Auch mich bringt es jedesmal aus der Fassung und ich könnte laut losschreien wenn ich bei Ma Tschüss gesagt habe. Meine Ma läuft den ganzen Tag. Sogar mit dem Essen gehen die wissenden Hände meist mit und füttern Sie im gehen. Sie bekommt über 3000 Kalorien und das in Drinkform denn schlucken kann Sie noch gut.

Einen "Zugang" zu Ihrer Seele, zu meiner Ma habe ich schon ganz lange nicht mehr gefunden. Aber dennoch habe ich immer wieder das Bedürfnis Sie zu besuchen obwohl sie mich manchmal noch nichtmal anschaut.

Mein komplett emotionaler und subjektiver TIPP:

Nur wenn Du Dich stark fühlst besuche Sie. Und nimm Dir mal die Zeit mit dem Neurologen zu sprechen oder hole Dir z.B. im WWW genaueste Infos wie die Krankheit weitergeht. Nur dann kannst Du auch innerlich loslassen und Deine Mama beruhigt in dem Heim belassen. Denn Sie bringt sich und vielleicht sogar andere in sehr große Gefahr durch die Krankheit unwissentlich und vor allem ungewollt. War bei meiner genauso.

Und erst seit ich "weiß" kann Sie ruhigen Gewissens im Heim belassen und mein Leben weiterführen.
Und auch wenn Sie aussieht wie meine Ma, sich anfühlt wie meine Ma und so gerochen hatte wie meine Ma war es nicht mehr meine Ma.

Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg und hoffe das Du ihn ruhigen Gewissens gehen kannst.

Ach ja, ganz wichtig. Hier ist immer Platz für Dich und wir würden und freuen wenn Du die vom Gast in den Mitgliederbereich wechselst.

In diesem Sinne,

LG Moni
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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   Sa 26 Dez 2009, 10:34    © Admin

Hallo Monika

In diesem Forum geht es unter anderem auch darum seinen Frust und seine Sorgen abladen zu dürfen. Wenn dabei einige Tränen kullern, ist dies ebenfalls notwendig um sich selber wieder ein bisschen Luft zu verschaffen. Es ist also vollkommen in Ordnung.

Deine Situation ist nicht einfach. Schon alleine dadurch, das du so weit weg wohnst. Aber auch, da du die einzige zu sein scheinst, wo sich noch wirklich für deine Mutter interessiert. Ja es ist sehr traurig. Leider können wir aber immer nur unser eigenes Bestes geben und wenn überhaupt, nur begrenzt andere beeinflussen. Ich persönlich finde es toll, das du jeweils diesen langen Weg in kauf nimmst, um für deine Mutter da zu sein. Alles was du für sie tust, zeugt von Verantwortung, Liebe und Fürsorge und dafür kann ich dir nur meine Anerkennung aussprechen. Dennoch darfst du auch deine eigenen Grenzen nicht vergessen. Auch du hast eine Familie wo dich braucht - und es wäre niemandem eine Hilfe wenn du zusammen brechen würdest.

Wenn deine Mutter nicht schon so oft hätte umziehen, und sich jedesmal wieder von neuem Einleben müssen. Würde ich mich fragen ob es nicht besser wäre, wenn sie bei dir in der Nähe wohnen könnte. Allerdings hat aber in der Tat, jeder Wohnwechsel für Demente leider erstmals negative Folgen. Also müsste ein weiterer Umzug vorallem für deine Mutter dementsprechend Vorteilhaft sein. So, das definitiv besser auf ihre Bedürfnisse eingeganen würde. Z.B durch für sie angepasste Aktivitäten, vorallem mit Rücksicht auf ihren Bewegungsdrang (innere Unruhe), aber auch Aufmerksamkeit ihr gegenüber generell. Ansonsten würde ich eher davon abraten.

Dieses ich will nach Hause, ist leider in vielen Fällen so. Schon alleine desshalb weil Demente immer weniger ihre eigene Krankheit einschätzen können, ist es auch verständlich, das kaum nachvollzogen werden kann wieso man nicht wieder nach Hause darf. Leider ist es in sochen schweren Situationen auch nur möglich immer wieder von diesen Gedanken abzulenken. Wie sollte man auch einem Dementen erkären das durch seine geistigen Defizite dies nicht mehr möglich sein wird - wenn sich dieser selber doch als Gesund sieht? Aus diesem und vielen anderen Gründen, bewirken Erklärungsversuche meist das Gegenteil von dem was man sich erhofft hatte.....Nun dies ist ein langes Thema......

Was deine Geschwister und die Freunde deiner Mutter betrifft: Viele wissen nicht wie sie mit Dementen umgehen sollen - je grösser die Veränderung je schwieriger wird es. Darum ist es leider eine ganz natürliche Reaktion vieler Menschen, sich einfach zurück zu ziehen. In manchen Fällen ist dies sogar besser, als wenn sie Demente dauernd dadurch überfordern weil sie diese immer nur in die Welt der "Gesunden" zurück zwingen wollen.....Demente brauchen nicht viele Leute um sich herum, sondern einzelne die ihnen wirklich dort begegnen können wo sie gerade stehen. Mit Liebe und Verständnis. Wie schwer es dennoch sein kann, wissen glaube ich alle Angehörigen (so wie du) die nicht einfach wegschauen wollen.

Nun es gäbe noch viel zu schreiben. Aber ich belasse es jetzt erstmal dabei. Das Wichtigste haben schon Biggi und Moni geschrieben und ich kann mich ihren Worten nur anschliessen.

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und schreibe hier im Forum soviel du möchtest. Wie du siehst gibt es hier immer offene Herzen und Ohren.

Liebe Grüsse

Ursula

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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   Sa 26 Dez 2009, 11:55    © Babs2105

Liebe Monika,
Deine Sorgen können hier viele mit Dir teilen und Dich verstehen.
Meine Schw.Mutter stab am 8.05 dieses JAhres auch an Demenz. Ich kenne alle Fassetten dieser Krankheit.
Arbeite in einem Seniorenwohnheim in einer Dementenstation. Vieles kenne ich ja schon. MAche bis 19. Februar noch meine Ausbildung zur Betreuerin und kann in mach einer Situation vielleicht helfen.
Ich habe heute nicht sehr viel Zeit. Versuche immer öfters hier zu sein, weil ich mich hier wohl fühle und als es mir schlecht ging oder ich ratlos war wurde ich hier "aufgefangen" und hier wurde ich verstanden.
Es wüde mich sehr freuen, wenn Du Dich im Forum anmelden würdest und nicht mehr als Gast hier schreibst.
Im Forum kannst Du Dich öffnen, ohne dass es andere (ausser uns natürlich) lesen können.

Trotzdem wünsche ich Dir noch frohe Weihnachten und viel Kraft für alles was da noch auf Dich zukommt.
Barbara

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Gast-Mon
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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   So 27 Dez 2009, 10:40    © Gast-Mon

Danke, ich werde mich anmelden.
Ich fühle mich wie von einer schweren Last befreit.
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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   Mo 28 Dez 2009, 09:35    © Babs2105

Freue ich schon drauf und meine Forumfreunde gaaanz sicher auch cheers

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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   Mo 28 Dez 2009, 09:50    © Admin

Liebe Monika



Auch mich freut es sehr das du dich angemeldet hast. Na, dann sage ich mal bis bald

Liebe Grüsse

Ursula

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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   Mo 28 Dez 2009, 10:53    © Babs2105

Wäre auch nett, wenn Du etwas über Dich schreiben könntest. So lernen wir Dich näher kennen.
Nur wenn Du magst selbstverständlich

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Manulein
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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   So 07 Feb 2010, 13:39    © Manulein

An demenz verstorben???Also mal ehrlich, das geht nicht. Demenz ist ein Symptom und keine Krankheit an sich*Erklärbärspiel*und genau das lernt man aber auch in der Fortbildung zur zusätzlichen Betreuungskraft.
Ich könnte dazu nun einen Roman schreiben, aber soweit ausholen will ich nun auch nicht.
Ich bin eher darüber erschrocken, das Angehörige so wenig über die Demenz aufgeklärt werden....Traurig...aber leider wahr.

LG
Manu
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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   So 07 Feb 2010, 15:44    © sylvia

Hallo Manu,
wenn Du jetzt darauf hinweisen willst, weil Babs diesen Satz schrieb, so wird er nicht ganz so gemeint sein.
Obwohl eine Demenz die Lebenserwartung gegenüber den gleichaltrigen Gesunden verkürzt, gilt sie nicht als Todesursache. Sie sterben durch Infektionen oder die Bettlägerigkeit. Lungenentzündung, Herzinfarkt oder Sepsis, mal nur in Kurzform.

Leider werden viele Angehörige nicht genügend aufgeklärt. Aber darum sind wir auch in diesem Forum, um zu lernen.

LG Sylvia

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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   So 07 Feb 2010, 16:17    © Biggi

Sylvia, ich kann deinem Beitrag nur zustimmen.Wir wissen schon, wie Babs es gemeint hat! Schade, dass manche Menschen die Wortwahl auf die Goldwaage legen!

LG Biggi

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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   So 07 Feb 2010, 16:41    © sylvia

Liebe Biggi,
ich sehe es nicht so eng, vielleicht wollte sie uns nur aufklären. War lieb gemeint denke ich.

LG Sylvia

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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   So 07 Feb 2010, 18:52    © Biggi

Liebe Sylvia, mag sein was du sagst, ich empfinde es anders. Für mich erscheint es als unpersönlicher Beitrag, der mal so reingeschmissen wurde. Zumal schon zwischen den Beiträgen eine Weile verging. Solange ich jetzt hier bin, kenne ich so einen "Einwurf" nicht.

Manu, wer sollte denn deiner Meinung nach die Angehörigen aufklären? Ist man da nicht selber gefragt, oder gibt es inzwischen nicht genug Unterstützungsmöglichkeiten, man muss sie nur nutzen! Wer es selber nicht kann, bekommt auch Hilfe über Pflegestützpunkte oder Sozialdienste, die irgendwer vermitteln kann. Unsere Mutter hat im elften Jahr Demenz, in der Zeit hat sich wirklich eine Menge getan. Zwar noch nicht optimal, aber schon wesentlich besser.

LG Biggi

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BeitragThema: Re: Demenzkranke Mutter   So 07 Feb 2010, 20:15    © Babs2105

Manulein schrieb:
An demenz verstorben???Also mal ehrlich, das geht nicht. Demenz ist ein Symptom und keine Krankheit an sich*Erklärbärspiel*und genau das lernt man aber auch in der Fortbildung zur zusätzlichen Betreuungskraft.
Ich könnte dazu nun einen Roman schreiben, aber soweit ausholen will ich nun auch nicht.
Ich bin eher darüber erschrocken, das Angehörige so wenig über die Demenz aufgeklärt werden....Traurig...aber leider wahr.

LG
Manu


Ich bin schon lange hier und jeder hier weiß, wie ich es gemeint habe. Vielleicht liest Du mal in meinem (und anderen auch) Beiträgen, daß ihr körperlicher Verfall die Ursache meiner Schw. Mutter Todes war.
Danke Biggi und Sylvia !

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